Prinzessin Rotbäckchen

[Geschrieben schon vor vielen Jahren, aber Märchen altern ja nicht…]

Es war einmal vor langer, langer, langer Zeit eine Prinzessin. Das sie rote Bäckchen bekam, wenn sie sich freute oder etwas Sport gemacht hatte, nannten alle sie nur Prinzessin Rotbäckchen. Sie wohnte in einem schönen Schloss mit einem schönen Garten in einem schönen Königreich. Sie hatte fast alles, was man mit Geld kaufen kann, aber trotzdem war sie nicht glücklich, denn sie fühlte sich einsam. Sie wünschte sich nichts sehnlicher auf der Welt als einen Menschen, mit dem sie ihr Leben und alles was sie hatte Teilen konnte. Ihre Eltern hatten nämlich keine Zeit für sie, sie mussten so wichtige Dinge tun wie Regieren, Staatskassen verwalten, Minister schikanieren und Untertanen stressen. Immer wenn Prinzessin Rotbäckchen davon anfing, dass sie gerne wüsste, wie die Welt hinter dem großen, dichten Zaun um den Palast aussah, oder dass sie sich einen Spielgefährten wünschte, dann sagte der Vater, sie solle sich nicht um anderer Leute Angelegenheiten kümmern und schließlich hätte sie ja eigentlich alles, was man sich nur wünschen könne.

Manchmal war die Prinzessin ganz fröhlich, dann sang sie, beobachtete die Tiere im Garten, betrachtete die Wolken und rätselte, was sie wohl gerade darstellten, bastelte, nähte oder las. All dies waren Dinge an denen sie viel Freude hatte. Dann waren ihre Bäckchen rot und sie sah glücklich aus. Manchmal war die Prinzessin aber auch sehr traurig, dann sang sie traurige Lieder, beobachtete die Tiere im Garten, wie sie miteinander spielten, schaute gar nicht zu den Wolken, hatte keine Lust zum Spielen oder Lesen. Dann war sie blass und ihre Augen blickten traurig zum Zaun und sehnsuchtsvoll stellte sie sich vor, wie die Welt wohl dahinter aussah und fragte sich, ob es dort wohl Menschen gäbe, die sich auch so einsam fühlten wie sie.

Im Laufe der Jahre war die Prinzessin viel häufiger traurig als fröhlich. Nur selten sang sie fröhliche Lieder und immer seltener hörte man sie lachen und sah, wie sich ihre Bäckchen rot färbten. Traurig schlich sie durch den königlichen Garten und sah kaum noch die Schönheit der Pflanzen und Tiere, die in diesem Garten lebten.

Eines Tages aber hörte sie Stimmen hinter dem Zaun. Sie war sehr erstaunt, denn bisher hatte sie noch nie Jemandem hinter dem Zaun gehört. „Hallo?“ sagte die Prinzessin und von der anderen Seite kam eine fröhliches „Hallo!“ zurück. Oh, die Prinzessin war ein wenig erschrocken, ihr Herz klopfte wild und vor Aufregung färbten sich ihre Bäckchen im schönsten rot. „Wer ist denn da?“, wollte die Prinzessin wissen. – „Man nennt mich Prinz Lachfältchen“, antwortete die Stimme. Was für eine schööööne Stimme, dachte die Prinzessin. „Und wer bist du“, wollte die Stimme von Prinz Lachfältchen wissen. „Prinzessin Rotbäckchen nennt man mich“, gab sie zur Antwort. – Ein kurzes Schweigen trat ein. „Ich habe schon von dir gehört“, hörte man die Stimme des Prinzen. „Wirklich?“ Die Prinzessin war sehr überrascht. Andere hatten schon von ihr gehört und sie hatte keine Ahnung, wen es da draußen alles gab… „Wo hast du von mir gehört?“, fragte die Prinzessin gespannt. – „Man erzählt sich, dass du niemals aus dem königlichen Garten kommst, dass du alles hast was man sich wünschen kann und deshalb niemals mit anderen spielst“, gab der Prinz Auskunft. – „So ein Quatsch“, empörte sich die Prinzessin „so gerne würde ich nach draußen gehen und mit Anderen spielen, aber meine Eltern lassen mich nicht!“ – Man hörte plötzlich merkwürdige Geräusche am Zaun und die Prinzessin dachte schon, der Prinz wäre weggegangen, aber da lugte auf einmal sein Kopf über den Zaun, sein ganzes Gesicht strahlte und sagte: „Das ist ja ziemlich gemein von deinen Eltern!“ Er schwang sich über den Zaun und landete mit einem Plumps vor den Füßen der Prinzessin. Sie schaute ihn mit ihren großen blauen Augen verwundert an. Sie schaute in seine blauen Augen, sein strahlendes Lachen und fühlte, wie ihr ganz schwindelig wurde vor lauter Glück. Es war, als würde sie in sich selbst schauen, als hätte man ihr einen Spiegel vorgehalten, der aber nicht ihr eigenes Gesicht trug sondern das von Prinz Lachfältchen.

Aus der Ferne hörte man die Rufe der Zofe: „Prinzessin, Abendessen, kommt ins Schloss, es ist höchste Zeit!“ – und nachdem sie sich in Richtung der Stimme umgedreht hatte, um zu antworten, und dann wieder zum Prinzen sah, war er nicht mehr da. Einfach verschwunden! Sie hörte noch ein Rascheln am Zaun, doch der Prinz war weg. Verwirrt machte sich die Prinzessin auf den Weg zum Schloss. „Habe ich mir das nur eingebildet? Kann es sein, dass man Dinge sieht, die gar nicht existieren, weil man sich so alleine fühlt?“, fragte sie sich. Aber sie hatte diese Augen gesehen, dieses Strahlen und es ging ihr nicht mehr aus dem Kopf.

Am nächsten Tag ging sie nicht traurig und ohne Ziel durch den königlichen Garten, sondern aufgeregten Schrittes direkt zu der Stelle hin, wo sie am Vortag den Prinzen gesehen hatte – oder vielleicht doch: gesehen zu haben glaubte. Sie war sich sehr unsicher, aber ihr Herz schlug heftig, als sie wieder an die Stelle kam. Und wie heftig schlug ihr Herz erst, als sie sah, wer da im Gras unter dem alten Baum saß und eine Raupe beobachtete, die versuchte einen Grashalm hochzuklettern.

„Er ist herrlich, euer Garten“, strahlte der Prinz sie an. Die Prinzessin setzte sich neben den Prinzen ins Gras und beobachtete ebenfalls die emsige Raupe. „Wo möchte sie denn hin?“, fragte die Prinzessin „Wenn sie am Grashalm oben ist, kann sie nur runterfallen oder wieder runter klettern.“ – „Aber nein!“, erklärte der Prinz „sie kann einen Faden spinnen und sich vom Wind woanders hin treiben lassen oder, wenn es so weit ist, kann sie sich oben am Grashalm verpuppen, um dann als wunderschöner Schmetterling wieder herauszukommen!“ – Wieder blickten beide die Raupe an, die noch immer auf dem Weg nach oben war und sich mühsam voran hangelte. Sie saßen eine ganze Weile schweigend im Gras und beobachteten die Raupe, bis es zu unbequem wurde und die Prinzessin sich der Länge nach ins Gras legte und zu den Wolken schaute „Sieh nur, ein Krokodil“, rief sie begeistert, als sie eine längliche Wolke entdeckte. – „Und da kommt ja das Futter: ein dicker Fisch“, bemerkte der Prinz und zeigte auf eine andere Wolke. Es verging eine lange Zeit, während der die Prinzessin und der Prinz gemeinsam im Gras lagen und nach den Wolken schauten. Zwischendurch schauten sie sich an und lächelten. Die Bäckchen der Prinzessin waren rot und man sah, dass sie sich wirklich wohl fühlte. Sie fühlte sich so leicht und so glücklich wie schon lange nicht mehr. Es war ihr, als hätte sie sich selbst gefunden, als wäre sie endlich komplett.

Doch es kam, wie es kommen musste, als der Tag sich neigte erscholl erneut die Stimme durch den königlichen Garten: „Prinzessin, Abendessen, wo seid ihr?“ – Und wieder verschwand der Prinz während sie nur kurz den Kopf in Richtung der Stimme drehte, um zu antworten. Aber diesmal war sie nicht verwirrt, denn sie wusste nun, sie hatte die Begegnung nicht geträumt. Der Prinz war da gewesen und er würde auch morgen wieder da sein, das fühlte sie genau. Fröhlich machte sich die Prinzessin auf den Weg zum Schloss, sie tanzte förmlich, gab der verdutzten Köchin, die zum Essen gerufen hatte, einen Kuss auf die Wange und machte sich leichten Schritten auf zum Abendessen.
Am nächsten Tag konnte es die Prinzessin kaum erwarten nach draußen in den königlichen Garten zu gehen. Sie rannte fast schon zu der Stelle, an der sie Prinz Lachfältchen schon zwei Mal getroffen hatte. Seine Augen, sein Lachen, er, ging ihr nicht mehr aus dem Sinn. Sie war so früh in den Garten gekommen, dass noch niemand da war. Sie setzte sich ins Gras und sang fröhliche Lieder während sie sich aus Blumen einen Kranz flocht. Und da der Prinz immer noch nicht da war, flocht sie noch einen Kranz, bis sie plötzlich ein scharrendes Geräusch am Zaun hörte. Was machte ihr Herz einen Satz als sie den Kopf des Prinzen über dem Zaun sah. Er schwang sich herüber und stand unversehens neben ihr: „Du hast aber schön gesungen“, sagte er und blickte tief in ihre Augen, so dass sie das Gefühl hatte, er sah dabei direkt in ihr Herz. Ihre Bäckchen wurden tiefrot und sie senkte verlegen den Blick. Seine Hand nahm ihr Kinn und hob sanft ihren Kopf, so dass sie sich wieder in die Augen sahen: „Du hast wirklich sehr schön gesungen“, wiederholte er und setzte den Kranz, der noch in ihren Händen war, in ihr Haar. Da war sie auf einmal nicht mehr verlegen, denn sie spürte, er hatte einfach nur gesagt, was er empfand und seine Augen sagten das Gleiche und da wusste die Prinzessin, dass nicht nur er in ihr Herz sah, sondern das auch sie in sein Herz blicken konnte. Und was sie da sah, war wunderschön! Sie setze ihm den anderen geflochtenen Kranz ins Haar und ihre Hände fanden sich. Sie hielten sich, als wollten sie sich nie mehr loslassen und das Gefühl eins zu sein, war so schön, so stark, dass die beiden schweigend im Gras saßen und das Wasser im Fluss beobachteten, die Libellen, die schnell über den Fluss hinweg flogen, den Frosch, der mit einem großen Sprung ins Wasser sprang und die Amsel, die an einer flachen Stelle den Fluss zum Baden benutze und sich von den zwei leisen, sich immer noch an den Händen haltenden Menschen nicht stören ließ.
Auch an diesem Tag ertönte die Stimme, die die Prinzessin zum Essen rief und wieder – obwohl sie es sich fest vorgenommen hatte – drehte sie den Kopf kurz vom Prinzen weg und bevor sie sich versah, war er wieder verschwunden. Es erschien der Prinzessin wie ein böser Fluch, der den Prinzen immer wieder verschwinden ließ. Aber sie wusste: er würde morgen wieder da sein!

Am nächsten Morgen erlebte die Prinzessin eine unangenehme Überraschung: Regen. Es war grau und trüb und es goss in Strömen. Auch wenn es den Anderen im Schloss merkwürdig erschien, bestand die Prinzessin darauf, nach draußen zu gehen. Sie nahm den großen Regenschirm und ging zu besagter Stelle. Heute konnte sie sich nicht ins Gras setzen, also spazierte sie ein wenig umher und beschloss dann, in den dichten Baum zu klettern, dessen Blätter den Regen sehr gut abhielten. Das erwies sich als sehr gute Idee, denn so konnte sie im Trockenen sitzen, die Regentropfen auf den Blättern beobachten und auf den Prinzen warten. Der tauchte nach kurzer Zeit trotz des Regens auf und kletterte erst über den Zaun und dann zu ihr auf den Baum. Da saßen sie dicht nebeneinander auf einem starken Ast und ließen die Beine baumeln.

Die Prinzessin genoss es sehr, neben dem Prinzen auf dem Baum zu sitzen. Sie erzählte von ihrer Kindheit, welche Spiele sie gespielt hatte und welche Bücher sie schon gelesen hatte und zu ihrem großen Erstaunen kannte der Prinz viele der Spiele und viele der Bücher. Auch er erzählte von seiner Kindheit. Der Regen hörte auf, doch Prinzessin Rotbäckchen und Prinz Lachfältchen saßen dicht nebeneinander und redeten und redeten, sie lachten und scherzten und genossen die Gesellschaft.  Sie bemerkten nicht, wie die Zeit verging und erst als die Prinzessin zum Essen gerufen wurde, schreckten die Beiden auf. Der Prinz sprang sofort vom Baum und kletterte über den Zaun. Traurig blickte die Prinzessin ihm nach. „Warum verschwindet er immer? Existiert er am Ende doch nur in meiner Fantasie?“ Nachdenklich ging sie zurück zum Schloss.

Als die Prinzessin am nächsten Tag aufstehen wollte, hatte sie Fieber und eine dicke Erkältung bekommen und musste das Bett hüten. Sie konnte unmöglich in den Garten zu der Stelle gehen, an der sie den Prinzen mehrfach getroffen hatte. Der Hofarzt verordnete Bettruhe, Fiebertee und Erkältungsmedizin. Die Erkältung machte ihr weniger aus als die Tatsache, dass sie den Prinzen nicht treffen konnte. Wie sehr vermisste sie ihn, die Sehnsucht sorgte dafür, dass sie sich noch viel kranker fühlte, als sie eigentlich war. Es vergingen 3 lange Tage an denen sie das Bett hüten musste und nicht in den Garten gehen konnte. Es erschienen ihr wie die längsten 3 Tage ihres Lebens. In jeder Stunde, jeder Minute, jeder Sekunde dachte sie an Prinz Lachfältchen: seine Stimme, sein Lachen, wie sich seine Hand in ihrer anfühlte, wie er ihr Kinn gehalten hatte, wie es sich in ihrem Herzen anfühlte, wenn er in ihrer Nähe war. Ohne dass sie mit Jemandem darüber gesprochen hatte wusste sie, dass er die Liebe ihres Lebens war – und aus den Büchern, die sie gelesen hatte wusste sie, dass man diese Liebe nur einmal im Leben findet – wenn überhaupt. Sie überlegte, was zu tun sei, denn es konnte ja nicht sein, dass er immer wieder verschwand, wenn sie zum Abendessen gerufen wurde. Sie rätselte darüber, was wohl der Grund für sein Verschwinden sein konnte. Nach drei Tagen durfte die Prinzessin wieder in den Garten und sie hatte Glück, denn es war ein schöner, milder Tag. Die Sonne schien herrlich und sie eilte zu der Stelle und hoffte, der Prinz würde auch wieder dort sein. Sie eilte sich sehr, denn die Sehnsucht war so groß und ihr Herz klopfte ihr bis zum Hals. Als sie ankam, waren ihre Bäckchen rot und sie sah wieder gesund und sehr schön aus. Und da, unter dem Baum, saß Prinz Lachfältchen und sah traurig aus. Er spielte mit einem Grashalm und  ließ den Kopf ein wenig hängen. – „Hallo!“ rief die Prinzessin ihm schon aus der Entfernung zu: „ich war krank und konnte nicht kommen!“ Als der Prinz ihre Stimme hörte hob er sofort den Kopf und blickte sie an und alle Traurigkeit war aus seinem Gesicht gewichen, er machte seinem Namen alle Ehre und lachte und strahlte, dass er selbst die Sonne in den Schatten stellte. „Da bist du ja!“, entfuhr es ihm „ich dachte schon, du wolltest mich nicht mehr sehen!“ – „Ach, wie kannst du so etwas denken?“, wunderte sich die Prinzessin. Und sie schauten sich in die Augen und keiner von beiden brauchte mehr zu sagen, denn sie konnten alles darin lesen. Ihre Hände fanden sich und der Zauber der Liebe legte einen schützenden Mantel um sie.

„Wirst du diesmal wieder verschwinden, wenn zum Essen gerufen wird?“, fragte die Prinzessin ein wenig beklommen. Der Prinz wurde verlegen. „Ich …. Ich ….“, versuchte der Prinz einen Anfang zu finden. „Ich muss eine große Aufgabe bewältigen, bevor ich bei dir bleiben kann. Vertraue mir!“ Und es bedurfte nur einen Blick in seine Augen, in sein Herz, seine Seele und die Prinzessin antwortete: „Ja, ich vertraue dir!“ Ihre Lippen fanden sich zu einem Kuss, der die Zeit anhielt, alle Gefühle vereinte und das Zentrum eines neuen, gemeinsamen Universums schuf. Da erscholl der Ruf nach der Prinzessin und diese sah diesmal zu, wie der Prinz über dem Zaun verschwand.

So kam es, dass die Prinzessin und der Prinz sich täglich sahen, ohne dass Jemand davon wusste. Mal redeten sie miteinander, mal gingen sie miteinander im Garten umher, mal beobachteten Sie die Tiere im Park, ein andermal lasen sie gemeinsam ein Buch oder sie küssten sich. Egal was sie taten, sie fühlten wie ihre Liebe und das Vertrauen wuchsen. Und jeden Abend, wenn die Prinzessin zum Essen gerufen wurde, verschwand der Prinz so wie er auch gekommen war über den Zaun des königlichen Gartens. Die Prinzessin vermied es, den Prinzen nach seiner großen Aufgabe zu fragen und der Prinz vermied es, der Prinzessin davon zu erzählen. Beide wussten, dass irgendwann der Zeitpunkt kommen würde, an dem auch dieses Märchen – wie jedes Märchen – endet.

Die beiden hatten sich schon ganz daran gewöhnt, sich täglich zu sehen, miteinander zu sprechen, sich zu küssen und es schien beiden nicht mehr vorstellbar, dass dies anders sein könnte. Und eines Tages war es soweit. Der Prinz sah die Prinzessin sehr ernst an und sagte: „Ich habe meine große Aufgabe beendet. Ich kann, mit einem gezielten Stoß den kompletten Zaun um den königlichen Garten niederreißen und du wirst frei sein und ich werde frei sein.“ Sie sahen sich schweigend an. „Vielleicht werden deine königlichen Eltern so verärgert sein, dass du deinen Reichtum verlieren wirst“,  fügte er nach einer langen Pause hinzu. Prinzessin Rotbäckchen hatte sehr rote Bäckchen, fühlte sich aber gar nicht ängstlich sondern fühlte die Geborgenheit, die sie nur bei Prinz Lachfältchen gefunden hatte.

Ihre Augen blickten zuversichtlich in seine als sie schließlich sagte: „Ich möchte den Zaun nicht mehr, ich möchte weiter sehen und weiter gehen können. Und wenn ich meinen Reichtum verliere, aber dich gewinne, dann habe ich doch den größten Schatz auf der Welt!“ Und der Prinz gab dem Zaun einen Stoß, der ihn wie eine Domino-Kette ein Teil nach dem anderen umstürzen ließ, bis schließlich der komplette Zaun am Boden lag. Dies verursachte Krach, einigen Wirbel und viel Staub und nachdem sich die Staubwolke gelegt hatte konnte die Prinzessin sehen, was sich hinter dem Zaun befand: Ein Garten, der noch viel schöner war als der königliche Garten. Die Prinzessin staunte und glaubte ihren Augen kaum, so fasziniert war sie von Allem, was sie dort sah. Da waren wunderschöne, seltene Tiere in diesem Garten, die frei herumliefen, aber auch zahlreiche Möglichkeiten hatten, sich zu schützen und zu verstecken vor den Gefahren des Lebens. Da gab es Unterstände und kleine Hütten, die die Prinzessin sofort als das Machwerk des Prinzen erkannte. Er war es, der seine schützenden Hände über diesen Tieren ausgebreitet hatte.

Und die Prinzessin erkannte, dass dies die große Aufgabe des Prinzen gewesen war: einen Weg zu finden, wie er gleichzeitig die wunderschönen, seltenen Tiere beschützen UND den königlichen Zaun niederreißen konnte ohne die Tiere zu gefährden. Und Prinzessin Rotbäckchen liebte den Prinzen noch mehr dafür, dass er sich um die wunderschönen, seltenen Tiere so kümmerte und sorgte. Aus diesem Grund versprach die Prinzessin ihm, auch ihren Beitrag zum Schutz dieser wunderschönen, seltenen Tiere zu leisten.

Mit einem Kuss besiegelten sie ihr Versprechen und lebten glücklich und zufrieden, bis ans Ende ihrer Tage.

 

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